Bildung und Fernsehen in Lateinamerika: Beispiel der Telenovela

Zu Gast bei uns Prof. Dr. Joachim Michael von der Uni Bielefeld
Zusammen wollen wir folgende Fragen angehen:

Kann Fernsehen bilden?
Die Frage spitzt sich zu, wenn sie auf das Genre der Telenovela bezogen wird, die sich als kommerzielles Format und als scheinbar unendlich recycelte Formel darstellt. Inwieweit also kann die Telenovela qualifizierende Kenntnisse und Kompetenzen vermitteln?

In Bezug auf die brasilianischen Telenovelas soll untersucht werden, inwieweit das Genre den Zuschauern Inhalte vermittelt, die nicht vollständig im Unterhaltungsformat des seriellen Melodramas aufgehen. Zu denken wäre in erster Linie an Themen aus Gegenwart und Vergangenheit des Landes, die nicht selten den Wissenshorizont erweitern und gesellschaftliche Debatten anstoßen oder verstärken sollen.

Darüber hinaus gilt es jedoch, den grundsätzlichen Bezug der Gattung zur Bildung zu diskutieren. Vor diesem Hintergrund ist das Paradox der audiovisuellen Alphabetisierung zu erörtern. Gemeint ist, dass zwar die Alphabetisierungsrate in den meisten lateinamerikanischen Ländern sehr hoch (über 90%) ist, aber trotzdem wenig gelesen wird, und dass in die Lücke, die die Abwesenheit des Buches schlägt, das Fernsehen springt.

Dieses Verhältnis zwischen Buch und Fernsehen wollen wir am Beispiel der Telenovela zu diskutieren. Dabei wird es auch um die Frage gehen, ob und inwieweit die Telenovelaschau in einer dominant audiovisuellen Kultur nicht auch an sich Kenntnisse und Kompetenzen generiert, die im weiteren Sinne als Bildung angesehen werden könnten oder müssten.

…eine Veranstaltung der Vortragsreihe „Bildung in Lateinamerika“ des solidaridad e.V. in Kooperation mit Bildung inklusive

Ressourcenpolitik und innerstaatliche Konflikte in Bolivien und Venezuela

Ressourcenpolitik und innerstaatliche Konflikte in Bolivien und Venezuela
/// Vortrag und Gespräch mit Annegret Kuhn (GIGA Institut Hamburg) ///

Wie zahlreiche Beispiele weltweit gezeigt haben, kann die Förderung natürlicher Ressourcen zu gravierenden innerstaatlichen Konflikten führen. Auch in den ressourcen“reichen“ Ländern Bolivien und Venezuela lassen sich soziale und politische Konflikte verzeichnen, die zumindest teilweise auf die nationalen Ressourcenpolitiken zurückzuführen sind. Der Vortrag wird einen Überblick über den staatlichen Umgang mit den natürlichen Ressourcen in den beiden Ländern geben und dabei vergleichbare Entwicklungen ebenso wie zentrale Unterschiede veranschaulichen.

Die Referentin Annegret Kuhn ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am GIGA Institut in Hamburg und forscht dort zu Ressourcenreichtum und innerstaatlichen Konflikten. Sie hat zum Thema Konfliktdynamiken in Erdölstaaten promoviert, wobei ihr Schwerpunkt auf den Andenländern Venezuela und Bolivien liegt.

SOLI-Party

//////////// SOLIPARTY ///////////// SOLIPARTY //////////// SOLIPARTY //////////////

VereinsInteressierte und PartyPeople,
das Jahr neigt sich dem Ende zu und wir wollen mit Euch eine große Soli-Geburtstagssause feiern! 2016 hat es gleich doppelt in sich:

10 Jahre Solidaridad e.V. und 5 Jahre Bildung inklusive sind zwei sehr gute Gründe, um einen wunderschönen Tag und eine großartige Nacht in unserer Lieblingslokalität, der Goldene Rose zu verbringen!

Nach jeder Menge schweißtreibender Planung und rauchenden Köpfen freuen wir uns, Euch unser super-duper-megageiles Programm zu präsentieren:

ab 16 Uhr:
Kaffee und Kuchen mit dezenter Pianobegleitung
Knete machen und Riesen-Seifenblasen für Klein und Groß
Koch-Workshop Latinoamericano
ImproJam – taketwo (Instrumente-Installation für jedermensch)
Upcycling Workshop

ab 19 Uhr:
gibts ne Vereinsvorstellung und einen kleinen politischen Beitrag aus Lateinamerika, und natürlich lecker Abendbrot

20 Uhr:
José Antonio González unplugged, aus El Salvador, endlich wieder in Halle!!!
ab 21 Uhr:
DJ Team Glück und Musik an der Bar (Glück und Musik – auf Radio Corax 95.9)

22 Uhr:
Prof. Zausel & Dr. Pirat – musikalisch unterlegte Faxenmacherei in Schleife, im Gewölbe, aka Tony Mahony (mit Loop, und Trompete, und Poi)
ab 23 Uhr bis ultimo:
wird im Gewölbe weitergetanzt mit WorldMusic und später dann Drum’n’Bass

Wir freuen uns auf Euch und auf uns und alle Menschen, die ihr mitbringt! Je mehr ihr trinkt, desto mehr geht an die Goldene Rose (lohnt sich also), und je mehr ihr tanzt, desto mehr trinkt ihr, und das Essen schmeckt sowieso, und dann noch gute Musik dazu…na ihr wisst schon.
Das wird großartig! Wir freuen uns!

680km toter Fluss – Dammbruch der Bergbaudeponie bei Mariana in Brasilien

680km toter Fluss – Dammbruch der Bergbaudeponie bei Mariana in Brasilien
/// Vortrag und Gespräch mit Christian Russau (GegenStrömung, Berlin) ///

Es ist das folgenschwerste Bergwerksunglück aller Zeiten: Die toxischen 62 Mio. Tonnen Schlammassen der Deponiehalden waren nach dem Dammbruch durch die Flüsse Gualaxo do Norte und Rio do Carmo in den Fluss Rio Doce gerauscht, durchquerten und verseuchten diesen auf 680 km Länge, bevor sich die Schlammblase aus Eisen, Aluminium, Chrom, Zink sowie weiteren Schwermetallen in der Mündung des Rio Doce im Atlantik breitmachte. Die Schlammblase wächst dort jeden Tag um 250 km2. Die am Fluss befragten Kleinfischer, Anwohner, die vom Trinkwasser des Flusses abhängig sind, sowie die am Fluss lebenden indigenen Gemeinden beschweren sich über katastrophales Krisenmanagement, unzureichende Aufklärung über die Wasserqualität, einige berichten von regelrechten Kämpfen der Bewohner um das wenige gelieferte Trinkwasser in Flaschen. Noch Monate nach dem Dammbruch beklagen sich die Anwohner, die Behörden und die verantwortlichen Firmen (Samarco, Vale, BHP Billiton) – so die Anwohner – würden sie nicht angemessen informieren, bis heute herrsche weder Klarheit über den Zustand des Wassers, noch sei den Fischern klar, wann und wo sie Fischen dürften.

Christian Russau ist Journalist und Autor und ist im März den Rio Doce von der Mündung im Bundesstaat Espírito Santo bis zum Ort des Dammbruchs im Bundesstaat Minas Gerais entlang gereist und wird uns berichten, wie die Situation derzeit aussieht. Und er wird auch über die deutschen Verwicklungen reden, welche Firmen welche Rolle bei dem Ganzen spielen.

Kohleimporte aus Kolumbien und die Verantwortung deutscher Energieversorger

Kohleimporte aus Kolumbien und die Verantwortung deutscher Energieversorger
/// Vortrag und Gespräch mit Sebastian Rötters (Urgewald, Berlin) ///

Der Steinkohlebergbau in Deutschland endet am 31.12.2017. Doch noch immer werden in Deutschland jedes Jahr über 50 Millionen Tonnen Steinkohle verbrannt – das meiste davon für die Stromproduktion. Aber woher kommt die Kohle heutzutage und unter welchen Bedingungen wird sie abgebaut? Am Beispiel Kolumbien soll dargestellt werden, welche Konsequenzen unser Kohlehunger in Deutschland hat. In der Abbauregion Cesar ermordeten Paramilitärs mehr als 3.000 Menschen und vertrieben über 55.000 Menschen. Die Kohlekonzerne Drummond und Prodeco/Glencore stehen mit am Pranger. Haben sie tatsächlich über Jahre Paramilitärs bezahlt und die Gewalt billigend in Kauf genommen? In der Region La Guajira kämpfen Indigene für ihre Rechte und gegen den Konzern Cerrejón. Der Kohlebergbau bedroht die Wasserressourcen ganzer Regionen. Doch wie reagieren Bundesregierung und deutsche Stromversorger auf die anhaltende Kritik an den Abbaubedingungen? Welche Maßnahmen werden ergriffen, um schwere Menschenrechtsverletzungen innerhalb der Lieferkette zu verhindern?

Sebastian Rötters, der als Kampaigner zum Thema Kohle bei urgewald in Berlin arbeitet, wird in Halle den internationalen Kohlehandel beleuchten, über das Beispiel Kolumbien berichten und den Zusammenhang zur Energiewende hierzulande darstellen. Er kennt Kolumbien seit gut 18 Jahren und hat dort für die Menschenrechtsorganisation Peace Brigades International gearbeitet. Durch diese Tätigkeit wurde ihm ein sehr umfassender Einblick in den kolumbianischen Bürgerkrieg gewährt. Seit 2009 beschäftigt er sich mit dem Thema Kohleimporte und die Verantwortung deutscher Energieversorger.

Buchvorstellung: Lateinamerikas Linke. Ende des progressiven Zyklus? Eine Flugschrift. von Ulrich Brand

Rechte Wahlsiege in Argentinien und Venezuela, die brasilianische und bolivianische Regierung unter Druck. Gibt es noch linke Perspektiven in Lateinamerika? Und was brachten die bisherigen Versuche, auf dem Subkontinent eine andere Politik umzusetzen? Ulrich Brand hat Expert*innen vor Ort befragt und stellt die aktuellen Debatten dar. Ein Beitrag geht der Frage nach, was die europäische Linke von den jüngsten Erfahrungen lernen kann.

Der Herausgeber Ulrich Brand arbeitet als Professor für Internatio­nale Politik an der Universität Wien und beschäftigt sich mit diesen Fragen im Buch „Lateinamerikas Linke. Ende des progressiven Zyklus? Eine Flugschrift“

Wir freuen uns euch zu der Buchvorstellung einladen zu dürfen und danken den Arbeitskreis des Sturas ALV (Alternatives Vorleseverzeichnis) für die Finanzielle Unterstützung dieser Veranstaltung.

La Voz del Gualcarque – Kampf gegen Agua Zarca

„La Voz del Gualcarque“ – Kampf gegen Agua Zarca
/// Film und Gespräch mit den Filmemachern aus Honduras (Menschenrechskollektiv CADEHO) ///

Der Mord an Berta Cáceres, Koordinatorin des Zivilen Rats der Indigenen- und Basisorganisationen von Honduras (COPINH), ist die Eskalation einer Reihe von kriminellen Strategien der Betreiberfirma DESA und der honduranischen Regierung im Zusammenhang mit dem Bau des Wasserkraftswerks Agua Zarca im Westen von Honduras. Er steht exemplarisch für einen Staat, in dem Straffreiheit, Korruption und Menschenrechtsverletzungen seit Jahren in einem erschreckenden Ausmaß existieren – in einem Staat, der nach dem Putsch im Jahr 2009 sein Wirtschaften auf das extraktivistische Modell umgestellt hat.

„La Voz del Gualcarque – Kampf gegen Agua Zarca“ weiterlesen

Globale I La Buena Vida – Das Gute Leben

LA BUENA VIDA – Vertreibung aus dem Paradies der Subsistenz

/////// Auftakt unserer Veranstaltungsreihe „UMWELTPOLITIK IN LATEINAMERIKA“ – Filmvorführung im Rahmen der Globale ///////

Vor dem Hintergrund des weltweit steigenden Energiekonsums wird die Geschichte des indigenen Dorfes Tamaquito erzählt, oder besser: die Geschichte seines Verschwindens. Der Film porträtiert die Wayúu, deren Wälder für den Steinkohletagebau „El Cerrejón“ weichen müssen. Seit 2006 laufen zähe Verhandlungen mit Konzernvertretern, doch der Kampf um die sattgrüne Heimat ist aussichtlos. Auch wenn die Wayúu keinen Wert auf moderne Häuser mit Stromversorgung und ein so genanntes «besseres Leben» legen, die Konzerne, gestützt von Staat und Welthandel, drängen auf Umsiedlung. An diesem brutalen Geschäft haben auch deutsche Unternehmen Anteil: Kolumbien gehört zu den wichtigsten Lieferanten der deutschen Stromversorger.

„Globale I La Buena Vida – Das Gute Leben“ weiterlesen

Dokumentation 9.70 – Film und Gespräch

Filmreihe “Globale in Halle” im März 2015

9.70

Filmpräsentation und Hintergrundgespräch

Referent: Thorsten Schulz (Forschungs- und Dokumentationszentrum Chile-Lateinamerika)
Wann: 09.03.2015, 20 Uhr
Wo: Luchs.Kino am Zoo

Die Dokumentation „9.70“ erzählt die Geschichte des Freihandelsabkommens zwischen Kolumbien und den USA und dessen Auswirkungen auf kolumbianische Kleinbauern. Im Rahmen des Abkommens wurde im Jahr 2010 die Richtlinie 9.70 erschaffen: Alle nicht registrierten Pflanzensorten in Kolumbien wurden grundsätzlich verboten und die Bauern so dazu gezwungen, neues zertifiziertes Saatgut zu kaufen. „Dokumentation 9.70 – Film und Gespräch“ weiterlesen