Kohleimporte aus Kolumbien und die Verantwortung deutscher Energieversorger

Kohleimporte aus Kolumbien und die Verantwortung deutscher Energieversorger
/// Vortrag und Gespräch mit Sebastian Rötters (Urgewald, Berlin) ///

Der Steinkohlebergbau in Deutschland endet am 31.12.2017. Doch noch immer werden in Deutschland jedes Jahr über 50 Millionen Tonnen Steinkohle verbrannt – das meiste davon für die Stromproduktion. Aber woher kommt die Kohle heutzutage und unter welchen Bedingungen wird sie abgebaut? Am Beispiel Kolumbien soll dargestellt werden, welche Konsequenzen unser Kohlehunger in Deutschland hat. In der Abbauregion Cesar ermordeten Paramilitärs mehr als 3.000 Menschen und vertrieben über 55.000 Menschen. Die Kohlekonzerne Drummond und Prodeco/Glencore stehen mit am Pranger. Haben sie tatsächlich über Jahre Paramilitärs bezahlt und die Gewalt billigend in Kauf genommen? In der Region La Guajira kämpfen Indigene für ihre Rechte und gegen den Konzern Cerrejón. Der Kohlebergbau bedroht die Wasserressourcen ganzer Regionen. Doch wie reagieren Bundesregierung und deutsche Stromversorger auf die anhaltende Kritik an den Abbaubedingungen? Welche Maßnahmen werden ergriffen, um schwere Menschenrechtsverletzungen innerhalb der Lieferkette zu verhindern?

Sebastian Rötters, der als Kampaigner zum Thema Kohle bei urgewald in Berlin arbeitet, wird in Halle den internationalen Kohlehandel beleuchten, über das Beispiel Kolumbien berichten und den Zusammenhang zur Energiewende hierzulande darstellen. Er kennt Kolumbien seit gut 18 Jahren und hat dort für die Menschenrechtsorganisation Peace Brigades International gearbeitet. Durch diese Tätigkeit wurde ihm ein sehr umfassender Einblick in den kolumbianischen Bürgerkrieg gewährt. Seit 2009 beschäftigt er sich mit dem Thema Kohleimporte und die Verantwortung deutscher Energieversorger.

Buchvorstellung: Lateinamerikas Linke. Ende des progressiven Zyklus? Eine Flugschrift. von Ulrich Brand

Rechte Wahlsiege in Argentinien und Venezuela, die brasilianische und bolivianische Regierung unter Druck. Gibt es noch linke Perspektiven in Lateinamerika? Und was brachten die bisherigen Versuche, auf dem Subkontinent eine andere Politik umzusetzen? Ulrich Brand hat Expert*innen vor Ort befragt und stellt die aktuellen Debatten dar. Ein Beitrag geht der Frage nach, was die europäische Linke von den jüngsten Erfahrungen lernen kann.

Der Herausgeber Ulrich Brand arbeitet als Professor für Internatio­nale Politik an der Universität Wien und beschäftigt sich mit diesen Fragen im Buch „Lateinamerikas Linke. Ende des progressiven Zyklus? Eine Flugschrift“

Wir freuen uns euch zu der Buchvorstellung einladen zu dürfen und danken den Arbeitskreis des Sturas ALV (Alternatives Vorleseverzeichnis) für die Finanzielle Unterstützung dieser Veranstaltung.

La Voz del Gualcarque – Kampf gegen Agua Zarca

„La Voz del Gualcarque“ – Kampf gegen Agua Zarca
/// Film und Gespräch mit den Filmemachern aus Honduras (Menschenrechskollektiv CADEHO) ///

Der Mord an Berta Cáceres, Koordinatorin des Zivilen Rats der Indigenen- und Basisorganisationen von Honduras (COPINH), ist die Eskalation einer Reihe von kriminellen Strategien der Betreiberfirma DESA und der honduranischen Regierung im Zusammenhang mit dem Bau des Wasserkraftswerks Agua Zarca im Westen von Honduras. Er steht exemplarisch für einen Staat, in dem Straffreiheit, Korruption und Menschenrechtsverletzungen seit Jahren in einem erschreckenden Ausmaß existieren – in einem Staat, der nach dem Putsch im Jahr 2009 sein Wirtschaften auf das extraktivistische Modell umgestellt hat.

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Globale I La Buena Vida – Das Gute Leben

LA BUENA VIDA – Vertreibung aus dem Paradies der Subsistenz

/////// Auftakt unserer Veranstaltungsreihe „UMWELTPOLITIK IN LATEINAMERIKA“ – Filmvorführung im Rahmen der Globale ///////

Vor dem Hintergrund des weltweit steigenden Energiekonsums wird die Geschichte des indigenen Dorfes Tamaquito erzählt, oder besser: die Geschichte seines Verschwindens. Der Film porträtiert die Wayúu, deren Wälder für den Steinkohletagebau „El Cerrejón“ weichen müssen. Seit 2006 laufen zähe Verhandlungen mit Konzernvertretern, doch der Kampf um die sattgrüne Heimat ist aussichtlos. Auch wenn die Wayúu keinen Wert auf moderne Häuser mit Stromversorgung und ein so genanntes «besseres Leben» legen, die Konzerne, gestützt von Staat und Welthandel, drängen auf Umsiedlung. An diesem brutalen Geschäft haben auch deutsche Unternehmen Anteil: Kolumbien gehört zu den wichtigsten Lieferanten der deutschen Stromversorger.

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Dokumentation 9.70 – Film und Gespräch

Filmreihe “Globale in Halle” im März 2015

9.70

Filmpräsentation und Hintergrundgespräch

Referent: Thorsten Schulz (Forschungs- und Dokumentationszentrum Chile-Lateinamerika)
Wann: 09.03.2015, 20 Uhr
Wo: Luchs.Kino am Zoo

Die Dokumentation „9.70“ erzählt die Geschichte des Freihandelsabkommens zwischen Kolumbien und den USA und dessen Auswirkungen auf kolumbianische Kleinbauern. Im Rahmen des Abkommens wurde im Jahr 2010 die Richtlinie 9.70 erschaffen: Alle nicht registrierten Pflanzensorten in Kolumbien wurden grundsätzlich verboten und die Bauern so dazu gezwungen, neues zertifiziertes Saatgut zu kaufen. „Dokumentation 9.70 – Film und Gespräch“ weiterlesen