SOLI-Abend

Liebe Freunde und Interessierte,

es ist wieder soweit! Nach einer längeren Pause freuen wir uns darauf, am 12.Juli einen SOLI-ABEND mit euch gemeinsam in der Goldenen Rose zu verbringen, feiern, gestalten!

Wir wollen gleich politisch einsteigen und ab 18 Uhr über den längsten und schmalsten Staat Lateinamerikas reden: Chile. Dazu gibt es einen Vortrag von Karl Boehmwald Porta zum Thema:
„Die unendliche Geschichte? Der Kampf der Mapuche um das eigene Land.“ Im Anschluss gibt es Raum zur Diskussion über die Situation des indigenen Volkes und die aktuelle Konfliktlage in Chile.

Danach werden wir von unserer Vereinsarbeit erzählen und natürlich auch unser mit viel Liebe zubereitetes Buffet eröffnen! Die Interbrigadas sind ebenfalls anwesend und stellen ihre Gewerkschaftsarbeit (SOC-SAT) im Gemüseanbau in Andalusien vor.

Ab 20 Uhr spielt die Band Radio Willoh lateinamerikanische Boleros, die in melancholischer Atmosphäre zum Tanzen einladen. Die fünf Künstler treffen sich seit einem halben Jahr und machen gemeinsam Musik mit Gesang, Gitarre, Bass und Cajón.

Danach wollen wir mit Cumbia von DJ CeLo und Tomy Suil in die Nacht tanzen bei Sekt-Mate, Tomatensaft und Cuba Libre!

Wir freuen uns auf euch und alle Menschen, die ihr mitbringt!* Gerne könnt ihr diese Mail an Interessierte weiterleiten und unsere Veranstaltung bei Facebook teilen.

Euer solidaridad e.V.

Foto: Thomas Nauhaus
Layout: Franz Schünzel


Eintritt, wie immer, auf Spendenbasis. Außerdem gehen alle Getränke-Einnahmen direkt an diesen wunderbaren Ort unserer Zusammenkunft, die Goldene Rose, zurück!
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* Ausgenommen natürlich Personen, die rechten Parteien oder Organisationen angehören sowie der rechten Szene zuzuordnen sind, genau wie Menschen, die durch rassistische, nationalistische, antisemitische, sexistische, homophobe oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung treten oder getreten sind. Darauf haben wir so gar keinen Bock und behalten uns deswegen vor, diesen Personen den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder sie von dieser auszuschließen.

Partizipation und Landnutzung im argentinischen Chaco

Partizipation und Landnutzung im argentinischen Chaco – Konflikte und Perspektiven

Während der letzten Jahrzehnte stieg die Landnutzung im argentinischen Chaco, eine der dynamischsten und dabei diversesten Regionen der Erde, rapide an. Neben der traditionellen Subsistenzwirtschaft der indigenen Bevölkerung und der extensiven Weidewirtschaft der ansässigen Kleinbauern investieren immer mehr nationale und internationale Firmen in das fruchtbare Land. Dabei schreitet die Deforestation mit Billigung der Behörden und im Schatten der offiziellen Regelungen in großen Schritten voran. Der Gegensatz zwischen kilometerlanger Monokultur und traditioneller Landbewirtschaftung ist enorm und wirft viele Konflikte auf.

Der Vortrag möchte diese Problematik aufgreifen und einen Einblick in die komplexen Strukturen geben sowie Einflussfaktoren aufzeigen. Gleichzeitig sollen bestehende Möglichkeiten der Teilhabe und Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Akteuren der Region dargestellt werden.

Die Referentin Julia Schünzel studiert International Area Studies an der MLU und war Anfang 2017 zwei Monate im argentinischen Chaco, um für ihre Master-Arbeit zu forschen.

Brasilien heute: Política, poder e sociedade

Unser zweiter Vortrag der Vortragsreihe „Staat und Demokratie in Lateinamerika“:

\\\\ „Brasilien heute: Política, poder e sociedade“ ////

Die letzten Jahre waren in Brasilien von außergewöhnlichen Ereignissen geprägt: Die Erkenntnisse aus den von WikiLeaks veröffentlichten Unterlagen erschüttern und verändern 2013 das politische System. In einem wirtschaftlich schwierigen Umfeld bleiben viele der Versprechen der ehemaligen Präsidentin Rousseff unerfüllt, was schließlich 2016 ihr national und international umstrittenes Amtsenthebungsverfahren begünstigt. Die ebenfalls sehr umstrittenen Großereignisse (Fußball-WM 2014, Olympia 2016) konnten nur wenig zur Stabilisierung Brasiliens, seit 2016 unter dem neuen Präsidenten Temer, beitragen. Was gibt es also über Karneval und Umweltzerstörung hinaus aus Brasilien zu berichten? Der Vortrag zeichnet ein aktuelles Bild der brasilianischen Politik und Gesellschaft, diskutiert einzelne innen- sowie außenpolitische Fragen und versucht einen Ausblick auf mögliche zukünftige Entwicklungen.

Referent: Peter Grüttner, M.A. (Uni Halle)

Der Friedensprozess in Kolumbien

Vortrag: Der Friedensprozess in Kolumbien – Perspektiven und demokratische Entwicklung

Kolumbiens größte Guerilla-Organisation, die FARC-EP, ist dabei ihre Waffen niederzulegen. Seit dem ersten Friedensdialog von 2012 in Oslo wurde einiges getan, um den sozialen Konflikt zu beenden, der das Land seit mehr als einem halben Jahrhundert erschüttert. Zwischen der Regierung unter Präsident Santos und den Rebellenführern wird zunächst ein Friedensvertrag ausgehandelt. 2016 folgt die Volksabstimmung dazu. Das Unfassbare: die knappe Mehrheit der Kolumbianer stimmt mit „Nein“ dagegen! Bislang haben die bewaffneten Auseinandersetzungen mit den FARC zu hunderttausenden Toten und Millionen „desplazados“ (Vertriebenen) geführt – eine traurige Bilanz, die das südamerikanische Schwellenland auch international als sozialen Krisenherd auszeichnet.
In dem Vortrag geht es nicht nur darum, die Geschichte des Konfliktes nachzuzeichnen sondern es soll auch diskutiert werden, ob der bisherige Friedensvertrag tatsächlich einen „nachhaltigen Frieden“ für die kolumbianische Bevölkerung bedeutet.

Referent: Gordon Schmidt B.A. (Uni Halle)
Ort: Radio Corax
Uhrzeit: 19h

(Foto von: MrPenguin20)

Wer bildet wen? Bildungsprojekte und indigene Kämpfe in Ecuador

Unser letzter Vortrag in diesem Semester – Vortrag und Gespräch mit Emilia Portaluppi von der MLU Halle Wittenberg:

„Wer bildet wen? Bildungsprojekte und indigene Kämpfe in Ecuador“

Für den Kampf der indigenen Bevölkerung Ecuadors war die Schaffung eines eigenen alternativen Bildungssystems ein großer Erfolg. Im ganzen Land besuchen derzeit über 130.000 SchülerInnen aus acht verschiedenen einheimischen Sprachgruppen diesbezügliche Institutionen. Gegenüber staatlichen Versuchen kultureller Homogenisierung und bildungspolitischer Ausgrenzung indigener Bevölkerungsgruppen wurde hier ein Korrektiv geschaffen. Bilinguale interkulturelle Bildung war und ist ein Mittel dieses politischen Kampfes. Ein Kampf gegen eine weiterhin andauernde Hispanisierung, chronische Unterfinanzierung und die ökonomisch prekäre Lage großer Teile der indigenen Bevölkerung Ecuadors.
Der Vortrag spannt einen Bogen von den ersten Ideenexperimenten der Bewegung in den 1940er Jahren über deren Institutionalisierung in den 1990er Jahren und die schwierigen Auseinandersetzungen um die Autonomie der Bildungseinrichtungen in jüngster Zeit.

Wir freuen uns über alte und neue Gesichter und auf eine spannende Diskussion mit Euch!

Eine Veranstaltung der Vortragsreihe “Bildung in Lateinamerika” in Kooperation mit Bildung inklusive e.V. – Verein zur Förderung der Bildungsvielfalt

Bildung und Fernsehen in Lateinamerika: Beispiel der Telenovela

Zu Gast bei uns Prof. Dr. Joachim Michael von der Uni Bielefeld
Zusammen wollen wir folgende Fragen angehen:

Kann Fernsehen bilden?
Die Frage spitzt sich zu, wenn sie auf das Genre der Telenovela bezogen wird, die sich als kommerzielles Format und als scheinbar unendlich recycelte Formel darstellt. Inwieweit also kann die Telenovela qualifizierende Kenntnisse und Kompetenzen vermitteln?

In Bezug auf die brasilianischen Telenovelas soll untersucht werden, inwieweit das Genre den Zuschauern Inhalte vermittelt, die nicht vollständig im Unterhaltungsformat des seriellen Melodramas aufgehen. Zu denken wäre in erster Linie an Themen aus Gegenwart und Vergangenheit des Landes, die nicht selten den Wissenshorizont erweitern und gesellschaftliche Debatten anstoßen oder verstärken sollen.

Darüber hinaus gilt es jedoch, den grundsätzlichen Bezug der Gattung zur Bildung zu diskutieren. Vor diesem Hintergrund ist das Paradox der audiovisuellen Alphabetisierung zu erörtern. Gemeint ist, dass zwar die Alphabetisierungsrate in den meisten lateinamerikanischen Ländern sehr hoch (über 90%) ist, aber trotzdem wenig gelesen wird, und dass in die Lücke, die die Abwesenheit des Buches schlägt, das Fernsehen springt.

Dieses Verhältnis zwischen Buch und Fernsehen wollen wir am Beispiel der Telenovela zu diskutieren. Dabei wird es auch um die Frage gehen, ob und inwieweit die Telenovelaschau in einer dominant audiovisuellen Kultur nicht auch an sich Kenntnisse und Kompetenzen generiert, die im weiteren Sinne als Bildung angesehen werden könnten oder müssten.

…eine Veranstaltung der Vortragsreihe „Bildung in Lateinamerika“ des solidaridad e.V. in Kooperation mit Bildung inklusive