Arbeistbericht Zaraza 2007

Wir hatten es versucht mit der Kontaktaufnahme: von der e-Mail bis zum persönlichen Besuch in der Botschaft. Wir lernten unsere erste Lektion: will man Venezolaner und ihr Land kennen lernen, trifft man sie dort am besten persönlich.

Also sparten wir unser Geld zusammen und trafen einen mutigen Entschluss…

Sommer 2007. Eine Vorhut von SolidarianerInnen macht ernst. 3 Leute finden sich zusammen für die erste Pilot-Studien-Reise nach Venezuela. Das Team besteht aus Heike, sie ist Studentin der Sozialpädagogik und damit erfahren in der Sozialarbeit, weiterhin der spanischen Sprache mächtig und erfahren im Umgang mit Latein-Amerika(nern), auch war sie bereits 2005 zu den Weltfestspielen in Venezuela; Maria, Studentin der Psychologie, von der spanischen Sprache keinen blassen Schimmer, aber neugierig auf Land und Leute, interessiert an kulturellem Austausch, filmerischer Dokumentation und Sozialarbeit, sowie schließlich Thomas: Sein Elan trieb uns an. Zwar hat er von der Landessprache auch keine Ahnung, aber er studiert Medienwissenschaften und Ethnologie, zeigt sozusagen bereits von Berufswegen Interesse and der venezolanischen Kultur und ist seit seinem ersten Besuch zu den Weltfestspielen 2005 von der Idee begeistert, Venezuela in seinem Aufbruch zu begleiten.

Leider klappte es mit der Finanzierung dieser ersten Reise nicht so gut. Wie will man auch Stiftungen überzeugen, finanziert zu werden, wenn man noch kein richtiges Konzept vorweisen kann. Etwas knapp bei Kasse also, nutzten wir alle möglichen Kontakte, um unterzukommen. Die erste Zeit in Caracas verbrachten wir bei Marie Lu, einer Pension in dem Barrio Antimano am Rande der Stadt, das berüchtigt war für die kriminellen Energien seiner Bewohner. Venezolaner warnten uns, diesen Ort zu meiden und erzählten von Bandenkriegen, die auf offener Straße mit der Waffe ausgetragen wurden. Auf keinen Fall solle man nach dem Dunkelwerden – in Caracas bedeutet das ab ca.17.00 – seine Unterkunft verlassen. Wir brachen das Eis. Zusammen mit anderen Deutschen der IG-Metall-Brigade Venezuela, die sich anfangs ebenfalls dort aufhielten, gingen wir eines Nachts vor deren Abreise noch gegen Mitternacht raus auf die Straße und trafen uns mit Venezolanern, die uns aus dem Fenster gesehen hatten und freudig mit einem CD-Spieler zu uns runter kamen. Außer unserer kleinen, spontanen Party-Gemeinschaft waren die Straßen leer gefegt.

Tagsüber herrschte im Barrio reges Markttreiben. Wir liefen – zum Teil mit Fotoapparat - durch die Straßen, um von den Händlern Lebensmittel zu kaufen, denn in unserer Pension gab es eine Küche zur Selbstversorgung. Trotz unausgeschriebener Preise bezahlten wir überall mehr oder weniger gleich. Die Venezolaner folgten ihren gewohnten Geschäften, ab und an drehte sich jemand neugierig nach uns um. Gefährlich schien es erst dann zu werden, wenn man sich in „illegale“ Geschäfte verwickelte, so wie dem Geldwechsel zu einem günstigen Kurs auf der Straße. Auch der illegale Handel blüht in Caracas, wenn er uns auch fast gänzlich verborgen blieb.

Jedoch sind wir nicht (nur) in Caracas, um Leute zu beobachten, sondern wir wollen hier unsere erste „Mission“ in Angriff nehmen: einen Kontakt zur Hochschule aufbauen! Im Vorfeld hatten wir diesen „Plan B“ geschmiedet, der vorsah, zunächst einmal einen universitären Kontakt aufzubauen. Zu diesem Zweck hatte Thomas sogar einen Vortrag ausgearbeitet über die Hochschulpolitik in Deutschland und Maria einen Film gedreht über die Protestkultur zum G8-Treffen in Deutschland 2007.

So vorbereitet, trafen wir an irgendeinem Nachmittag die studentische Verbindung „M28“ in der Bolivarianischen Universität.

Informationen zur M28 hier klicken

Sie luden uns zu einem ihrer regulären Treffen ein. Ca. 8 Studenten waren anwesend, begrüßten uns freundlich und zeigten sich bereit, zu allen unseren Fragen Stellung zu beziehen. In einer ca. 2-stündigen Diskussion erfuhren wir von einander und über die derzeitige Situation der venezolanischen Universitäten .

Informationen zur derzeitigen Lage der Universitäten in Venezuela (laut M28) hier klicken

Schließlich erfuhren wir von dem Interesse der M28 an einer Internationalisierung engagierter Studentengruppen. Im Februar oder März des kommenden Jahres möchten sie ein internationales Treffen verschiedenster Studentengruppen in Venezuela oder Ecuador organisieren, da das Problem der Privatisierung des Bildungssektors letzten Endes weltweit ein Rolle spielt. Es soll sich mit der Frage auseinander gesetzt werden, wie man ein alternatives universitäres Bildungssystem aufbauen kann (als Teil eines großen politischen Prozesses). Wir haben den Vertretern der M-28 angeboten, innerhalb von Deutschland interessierte Studigruppen ausfindig zu machen, die an diesem Treffen teilnehmen würden.

Am Ende unseres Treffens erwähnten wir sowohl den ausgearbeiteten Vortrag zu Hochschulpolitik in Deutschland von Thomas als auch den Kurzfilm zu G8 von Maria. Sie waren sehr begeistert davon, und planten, den Text von Thomas zu publizieren und Marias Film in den Barrios zu verteilen.

Angeregt durch das Treffen und zufrieden verabschiedeten wir uns. Wir wollten uns die Zusammenarbeit mit der M28 offen halten, mussten später jedoch feststellen, dass uns die Zeit fehlte, während dieses Aufenthaltes intensiver in eine Zusammenarbeit einzusteigen. Da unsere Priorität auf der Sozialarbeit lag und dem Organisieren eines langfristigen Austausches, entschieden wir uns -etwas schweren Herzens- dagegen, später noch einmal zur M28 zurückzukehren.

Unsere nächste Station war Zaraza. Diesen kleineren Ort im Bundesstaat Guarico einmal so genau kennen zu lernen, hatte bis dato keiner von uns geahnt.

Wir hatten gehofft, in ein kleines Städtchen ganz in der Nähe von Barquisimeto fahren zu können, um uns dort in das Projekt „Romeral III“ einklinken zu können. Benannt nach seinem Ortsteil, verwirklicht dieses Projekt eines der von der Regierung unter Chávez ins Leben gerufenen, bolivarianischen Missionen.

Informationen zu den Bolivarischen Missionen hier klicken

Auch dort wurden und werden immer mal wieder Deutsche Freiwillige gesichtet, die die Arbeit der Mission Sucre unterstützen. (Für einen genauen Einblick sei hier auf die homepage des Projekts „Romeral III“ verwiesen, die allerdings nur auf spanisch lesbar ist.)

homepage: http://www.red-romeral3.org.ve/

Unsere telefonische Kontaktaufnahme mit Candelario ergibt aber, dass dieser sich derzeit gar nicht in Romeral befindet. Candelario, ein Venezolaner, der gute Kontakte zu Deutschland pflegt und deutsche Interessierte bei der Aufnahme einer freiwilligen Tätigkeit in einer der Missionen unterstützt, ist ein guter Bekannter und wir verlassen uns auf ihn.

Er sei aber in Zaraza, wo es eine „casa de la cultura“ gebe und er damit beschäftigt sei, hier eine weitere Mission aufzubauen. Wir könnten ihn hier besuchen, für Unterkunft und Verpflegung werde gesorgt.

Wir folgten dem Lockruf nach Zaraza und fanden, dass es eine gute Idee sei, hier die Projektarbeit mit aufzubauen und gleich zu Anfang eine Zusammenarbeit mit solidaridad e.V. herzustellen.

In der Nacht kamen wir ganz dekadent mit einem Taxi in Zaraza an… die Busverbindung war spontan ausgefallen L

Candelario wartete bereits vor einem von ihm angemieteten Wohnhaus auf uns. Weiter wurden wir begrüßt von drei deutschen Mädels aus Nürnberg! Auch sie haben Candelario auf einem seiner Vortragsreisen kennen gelernt und sind direkt nach dem Abitur nach Venezuela geflogen, um hier für ein halbes Jahr Freiwilligenarbeit zu leisten. Bereits in dieser ersten Kennen-Lern-Nacht auf dem Balkon mussten wir schmerzhaft feststellen, dass wir weiter in den Süden des Landes vorgedrungen waren: kein Mückenspray immunisierte uns gegen die Mückenplage und wir konnten nur mehr oder weniger erfolgreich lernen, dem Juckreiz stand zu halten. Auch venezolanische Freunde aus Zaraza saßen mit auf dem Balkon, wie in noch vielen weiteren folgenden Abenden in diesem Ort.

Am nächsten Morgen besuchten wir gleich das Kulturhaus. Wir wurden gefragt, was wir unterrichten möchten, alles wurde organisiert und schon am darauf folgenden Tag konnte es losgehen: wie auf Bestellung füllte sich vom ersten Mal an der Pool, in dem Thomas seinen Computerkurs anbot, so gut, dass z.T. zwei Personen an einem Rechner saßen. Der Englisch-Kurs, den die Mädchen aus Nürnberg bereits anboten, war so überfüllt, dass wir ihn problemlos in zwei Hälften teilten, um so intensiveren Unterricht geben zu können.

Heike hatte mächtig zu tun, um die von nun an laufenden Kurse dolmetschen zu können. Das Programm sah ungefähr so aus: vormittags gab Candelario für zwei bis drei Stunden einen Theaterkurs. Das von ihm selbst geschriebene, poetische Stück „Amerika“ wurde einstudiert. Heike und Maria dachten sich begleitend zu jeder Sitzung Spiele aus, die den Teilnehmern helfen würden, ihren Ausdruck und ihre Körperwahrnehmung zu schulen und die Berührungsängste der Gruppe gegenüber aufzugeben. Von eins bis drei unterrichteten die anderen Freiwilligen einen Handarbeitskurs, in dem den Kindern kleine internationale Handwerkskünste wie Origami oder Freundschaftsbändchen knüpfen, vermittelt wurden. Es war ein reger Austausch und auch die Teilnehmerinnen selbst zeigten ihr Können und brachten uns beispielsweise eine venezolanische Knüpftechnik zum Herstellen von Gürteln u.a. bei. Jeden Wochentag um zwei vermittelte Thomas den Teilnehmern praktisch und theoretisch verschiedene Kenntnisse rund um den Computer. Um drei gab es dann den 2-stündigen Englisch-Unterricht, jeweils einen Tag für Jüngere und für Ältere, in dem die englische (Aus-)sprache z.T. auch spielerisch oder musikalisch vermittelt wurde.

Schließlich gab es einen Tanzkurs, der abwechselnd durch eine Freiwillige oder eine(n) VenezolanerIn geleitet wurde und so wieder allen Beteiligten die Möglichkeit gab, die verschiedensten, internationalen Tanzstile kennen zu lernen.

Nach diesem abwechslungsreichen Kurstag war aber nicht Schluss: Mitarbeiter der Casa bemühten sich, jeden Abend einen ausgewählten Film zeigen und anschließend diskutieren zu können. An einem Abend wurde auch unser G8-Film gezeigt und diskutiert. Die Abende klangen schließlich meist auf dem Balkon hinter dem Haus aus, in mehr oder weniger großer Runde. Kein Wunder also, dass der Abschluss unserer Zeit in Zaraza viel zu schnell heran rückte.

Heike musste als erste zurückfliegen nach Deutschland. Also organisierten wir zu ihrem Abschied ein kleines, interkulturelles (Kinder-)fest in der Casa de la Cultura.

„Typisch deutsch“ wurde selbst gemachter Kartoffelsalat in einem riesigen Topf serviert. Auch die Teilnehmer und Angestellten der Casa hatten sich gut vorbereitet und brachten „typisch venezolanische“ Speisen und Getränke, wie Maisfladen (Cachapa), Maisgetränke (Chicha) u.v.m. Eine Malstraße mit Farben und Pinseln war ausgelegt und einige Spiele vorbereitet, die von den Kindern, als auch den schon erwachsenen Teilnehmern mit großer Begeisterung durchgeführt wurden. Auch die venezolanischen Teilnehmer hatten wiederum einige Spiele auf Lager, die die ganze Gruppe zum Lachen brachte, so dass auch diese „Fiesta“ als interkulturelle Begegnungsstätte bezeichnet werden konnte.

Zusammenfassend kann über unsere Zeit in Zaraza folgendes gesagt werden:

Unser „Können“ war gefragt und wurde herzlich aufgenommen! Es war kein Problem, unsere Ankunft in das Programm der Casa de la Cultura zu integrieren und uns sozusagen sofort „anzustellen“. Besonders für die Bereiche Englische Sprache und Informatik steht ein hoher Bedarf nach kostenfreien Angeboten. Aber auch alle möglichen anderen Arten von Wissen und Fertigkeiten waren in dem Kulturhaus willkommen. Ein wichtiges Ziel – auch unseres Praktikums- war eben auch die Annäherung der Kulturen. Unter diesem Motto ist besonders die Zusammenarbeit von Venezolanern und ausländischen Freiwilligen willkommen und erwünscht. Dank der Aufgeschlossenheit, des Engagements und der „Neugier“ aller Beteiligten verlief unsere gemeinsame Zeit als ein dynamischer Prozess des Voneinander-Lernens. In diesem Sinne soll auch unser nächstes Praktikum in Angriff genommen werden. Für jeden Freiwilligen ist es vorteilhaft, sich vorher eine genaue Vorstellung davon zu machen, was man selbst bei der Mitarbeit in der Bolivarianischen Mission beitragen möchte und wie sich das in die Tat umsetzen lässt. Ansonsten wird das Lebensmotto Venezuelas ahorra y aqui (Leben im Hier und Jetzt) auch beim nächsten Solidaridad-Projekt für einige Überraschungen und besondere Erfahrungen sorgen.


1. Die M-28 hat sich am 28. März 2001 in der Universidad Central gegründet, nachdem ein paar Studis nach vielen Jahren das erste Mal wieder eine Vollversammlung einberufen hatten. Es gab sehr heftige Auseinandersetzung zwischen den Organisatoren und den reaktionären Anhängern der Uni... es fielen Schüsse und das Ganze wurde mit Polizeieinsatz auf Aufforderung des Rektors aufgelöst.

Die M-28 hat sich zu allererst als Ziel gesetzt, darauf aufmerksam zu machen, dass der Bolivarianische Prozess den Bildungssektor – konkret den Universitären Sektor – nicht mit integriert hat. Rechte Gruppen können sich problemlos innerhalb der Unis organisieren, und werden zudem von den Professoren und Rektoren geschützt, bzw. unterstützt.

Die Mitglieder der M-28 fordern die Regierung auf, auch auf dieser Ebene radikale Veränderungen vorzunehmen, die Unis für jeden Menschen zu öffnen, sie zu dezentralisieren und die kapitalistischen Strukturen zu überwinden und ein tatsächlich Sozialistisches System zu entwickeln. Das bedeutet z.B. universitären Unterricht auch außerhalb des universitären Geländes, etwa in Fabriken anzubieten.

Die Gruppe ist sich einig, dass die Bewegung auch außerhalb des universitären Bereichs stattfinden muss, da das Ganze nur ein Element eines gesamt-politischen Prozess darstellt und sowohl den Studenten als auch den Angestellten einer Bäckerei oder den Bauarbeiter tangiert.

Innerhalb von Caracas zählt die M-28 mittlerweile über hundert Mitglieder.

Außerdem ist ein Ziel von ihnen sich nicht nur national, sondern auch international mit anderen Studentenorganisationen zu vereinigen. Zurzeit haben sie Kontakt zu Studentenvereinigungen in Kolumbien, Ecuador, dem Baskenland und Frankreich.

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2. In Venezuela gibt es sowohl autonome Unis als auch Private Einrichtungen, seit der Regierung von Chavéz existiert zudem die Universidad Bolivariana.

Einmal abgesehen von der Universidad Bolivariana, besucht der größte Anteil der Studenten die Autonomen Universitäten. Diese werden von dem Staat voll finanziert, haben aber eigene vom Staat unabhängige Handlungs- und Entscheidungsspielräume.

Nach-wie-vor studieren an den Autonomen Universitäten nur 10% Menschen aus der ärmeren sozialen Schicht. Die restlichen 90% gehören der oberen Mittelschicht sowie Oberschicht an. Ein Auswahlverfahren, in dem Herkommen, finanzielle Lage der Eltern und politische Einstellung abgefragt werden, versperrt vielen jungen Personen den Weg an die Autonome Universität (einmal abgesehen von dem finanziellen Möglichkeiten, die sie bräuchten, um sich langfristig ein Studium leisten zu können. Trotz eines allgemeinen revolutionären Prozess hat man es total versäumt auch an den Unis neue Strukturen einzuführen und sie nicht nur für die Elite zu öffnen.

Sicherlich gibt es die Universidad Bolivariana... aber mehr noch Diskussionen um deren Gestaltung und Aufbau der Strukturen, als eine finanzielle Unterstützung, verlangsamen sehr den Prozess der Entwicklung der Universität. Die Kapazitäten sind einfach zu gering, um der Anzahl der Studienbewerber gerecht zu werden.

In der Diskussion um die Gestaltung der Universidad Bolivariana gibt es teilweise sehr heftige Auseinandersetzungen... zu vielzählig sind die verschiedenen Meinungen über den Weg hin zum Sozialismus. Die Bewegung innerhalb der Uni spaltet sich in eine Unmenge an kleinen Gruppierungen, die es nicht überwinden, sich gemeinsam zu organisieren... dasselbe passiert auch an den Autonomen Unis, wo es durchaus (siehe M-28) politische Bewegungen gibt, die sich für eine Veränderung des Alten Systems einsetzen.

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3. Die Bolivarianischen Missionen sind eine Reihe von Programmen, die v. a. der Armutsbekämpfung und der sozialen Sicherheit der Bevölkerung, aber auch anderen Zielen dienen. Sie wurden von der Regierung des venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez nach seiner Wahl im Jahr 1998 gestartet und sind nach Simon Bolivar, dem Befreier Südamerikas benannt. 2003 wurden 3 Bildungsmissionen gestartet, die den Bürgern kostenlos einen von drei Bildungsabschlüssen ermöglichen sollen. Mission Robinson ermöglicht denjenigen Venezolanern, die bisher Analphabeten waren, lesen, schreiben und rechnen zu lernen, um den „Grundschulabschluss“ nachzuholen. Darauf aufbauend bietet die Mission Ribas eine höhere Schulbildung, die bei erfolgreichem Abschluss eine Hochschulzugangsberechtigung darstellt. Die Mission Sucre schließlich ermöglicht die Aufnahme eines Hochschulstudiums ohne Eingangsprüfungen oder Studienplatzbeschränkungen. Etliche weitere Missionen streben Ausstattungsverbesserungen an (z.B. Mission sonrisa (=“Lächeln“) für Zahnersatz; weitere für Landreform, Wohnungsbau, erneuerbare Energien…) bzw. für die Verbesserung der Rechte verschiedener Volksgruppen (z.B. Mission madres del Barrio („Mütter der Armenviertel“) = für arme Mütter in Elendsquartieren; weitere für Rentner, Straßenkinder, Indigene…). Nationale Statistiken belegen bereits den Erfolg dieser jungen Programme: die Kindersterblichkeit sei gesunken und die Lebenserwartung bereits leicht angestiegen.

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