 {"id":1303,"date":"2019-09-04T18:00:00","date_gmt":"2019-09-04T16:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.solidaridad-ev.org\/?p=1303"},"modified":"2020-01-02T21:51:17","modified_gmt":"2020-01-02T19:51:17","slug":"gespraech-zum-buen-vivir","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.solidaridad-ev.org\/es\/2019\/09\/04\/gespraech-zum-buen-vivir\/","title":{"rendered":"Gespr\u00e4ch zum Buen Vivir"},"content":{"rendered":"\n<p>Buen Vivir \u2013 Orte, \u00dcbersetzungen und die M\u00f6glichkeit von Kritik<br><br>Gespr\u00e4ch mit Dr. Philipp Altmann (Universidad Central del Ecuador) und Dr. Stefan Knau\u00df (Universit\u00e4t Erfurt)<br><br>Das buen vivir (grob \u00fcbersetzt als Gutes Leben oder gut leben) hat eine beeindruckende Karriere gemacht. Als Sumak Kawsay\/Alli Kawsay in Ecuador und Sumak Qama\u00f1a in Bolivien ist es seit den 1990ern ein Schl\u00fcsselbegriff der sozialen Bewegungen der Indigenen, der die Forderungen nach territorialer Autonomie und Selbstverwaltung der indigenen Gemeinden b\u00fcndelt. Seit den fr\u00fchen 2000ern und vor allem nach den neuen Verfassungen Ecuadors (2008) und Boliviens (2009) hat sich dieser Begriff zuerst in der lokalen Politik und dann auch international etabliert. Daf\u00fcr waren \u00dcbersetzungsprozesse n\u00f6tig, die das buen vivir erst in der nationalen Politik Ecuadors und, als vivir bien, Boliviens und anschlie\u00dfend in -vor allem \u00f6kologischen- Debatten au\u00dferhalb des Andenraums verankert haben. Diese \u00dcbersetzungsprozesse liefen \u00fcber konkrete Akteure, die in bestimmten Momenten an spezifische Diskurse anschlie\u00dfen konnten \u2013 und f\u00e4hig waren, das buen vivir inhaltlich an die Debatten vor Ort anzupassen. Die lokalen Inhalte in Bezug auf territoriale Autonomie verschwanden, f\u00fcr die Indigenen politisch sekund\u00e4re Themen -wie das Gleichgewicht zwischen Natur und Mensch- wurden \u00fcberbetont.<br><br>Lokal in Deutschland kann man also drei Versionen des buen vivir gegen\u00fcberstellen: die Version der Indigenenbewegung, die Version der \u00dcbersetzer, vor allem Acosta und Gudynas, und die schlie\u00dflich lokalisierte Version vor Ort. Die Zielsetzung des Vortrags ist es, die Logik der \u00dcbersetzung zu verstehen, ohne die verschiedenen Versionen zu essentialisieren. Dazu werden die indigene Version und die Version der \u00dcbersetzer durch Kurzvortr\u00e4ge und Kurzzitate vorgestellt und diskutiert und anschlie\u00dfend die m\u00f6glichen lokalen Umsetzungen erarbeitet. Dabei wird besonderes Augenmerk auf Prozesse der \u00dcbersetzung gelegt. Ab wann m\u00fcssen wir sie als Aneignungen verstehen. Wann ist es n\u00f6tig, die Verwendung des Konzepts buen vivir zu kritisieren und auf Basis welcher eigenen Sprecherposition kann das getan werden. <br><br>&#8212;&#8212;<br>Mit freundlicher Unterst\u00fctzung der Rosa Luxemburg Stiftung &#8211; Vielen Dank!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Buen Vivir \u2013 Orte, \u00dcbersetzungen und die M\u00f6glichkeit von Kritik Gespr\u00e4ch mit Dr. Philipp Altmann (Universidad Central del Ecuador) und Dr. Stefan Knau\u00df (Universit\u00e4t Erfurt) Das buen vivir (grob \u00fcbersetzt als Gutes Leben oder gut leben) hat eine beeindruckende Karriere gemacht. 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